Zum Inhalt springen

Wie Sie eine stabile Hochbeet-Abdeckung aus Plexiglas selber machen

Typische Schwachstellen beim Eigenbau vermeiden: So konstruieren Sie einen wetterfesten Frühbeetaufsatz, der Licht durchlässt, Wärme hält und Stürmen standhält.

Von Veröffentlicht am 13 Min. Lesezeit

Selbstgebauter Frühbeetaufsatz mit Holzrahmen und transparenten Platten auf einem bepflanzten Hochbeet
Ein passgenauer Aufsatz aus Holz oder Aluminium und lichtdurchlässigen Platten schützt Jungpflanzen vor Kälte, Wind und Tieren.

Kurz gesagt

Wer eine Hochbeet-Abdeckung selber machen möchte, kombiniert am besten einen witterungsbeständigen Rahmen aus Nadelholz (etwa Kiefer, Lärche oder Douglasie) oder Aluminium-Steckprofilen mit lichtdurchlässigen Stegplatten. Im Vergleich zu einfachem Vlies speichert der feste Aufsatz deutlich mehr Sonnenwärme, hält Starkregen sowie Schnecken ab und lässt sich über Scharniere und Riegel sturmsicher mit dem Beet verbinden.

  • Feste Abdeckungen aus Plexiglas oder Doppelstegplatten speichern Wärme deutlich besser als Gartenvlies und halten jahrelang.
  • Für Holzrahmen eignen sich heimische Nadelhölzer wie Kiefer, Fichte, Douglasie oder Lärche in Kombination mit einer umweltfreundlichen Wetterschutzlasur.
  • Alternativ ermöglichen Aluminium-Vierkantrohre mit Steckverbindern einen verzugsfreien Bau ohne Streichen.
  • Stehendes Regenwasser auf flachen Deckeln führt zu Durchbiegung und Schimmel am Holz; ein leichtes Gefälle löst das Problem dauerhaft.
  • Da sich unter geschlossenen Platten bei Sonne rasch Hitze staut, braucht jeder Aufsatz verlässliche Aufsteller oder automatische Heber.

Typische Probleme beim Eigenbau und wie Sie diese lösen

Ein fester Frühbeetaufsatz verwandelt Ihr Hochbeet in ein kompaktes Kleingewächshaus. Damit können Sie bereits früh im Jahr aussäen und bis spät in die Herbst- und Wintermonate hinein Wintergemüse ernten. Wenn Sie eine solche Hochbeet Abdeckung selber machen, treten in der Planung und nach dem ersten Wetterumschwung jedoch oft dieselben konstruktiven Schwachstellen auf: Rahmen verziehen sich durch Feuchtigkeit, flache Platten biegen sich unter Regenwasser durch, Böen reißen den Deckel auf oder die Jungpflanzen verbrennen an ersten Frühlingstagen unter der geschlossenen Haube.

Statt einer starren Einheitsanleitung, die nur auf ein bestimmtes Beetmaß passt, betrachten wir im Folgenden die konkreten Hürden beim Eigenbau nach dem Prinzip Problem – Ursache – Lösung. So passen Sie die Konstruktion exakt an die Maße und den Standort Ihres Hochbeets an. Einen allgemeinen Überblick über fertige Systeme und Alternativen bietet unsere Kategorie Frostschutz & Aufsätze.

Häufige Probleme beim Eigenbau einer Hochbeet-Abdeckung und passende Lösungen (Materialwerte nach STIHL und ALUSTECK)
ProblemUrsacheKonstruktive Lösung
Pflanzen wachsen im Frühjahr kaum oder erfrierenFehlender Wärmespeicher oder nur dünnes Vlies aufgelegtFeste Abdeckung aus lichtdurchlässigen Platten (z. B. Plexiglas oder Doppelstegplatten) bauen, die Sonnenwärme speichert
Rahmen verzieht sich, fault oder klemmt beim ÖffnenUngeeignetes Holz oder ungeschützte Schnittkanten bei dauerhafter ErdfeuchteHeimisches Nadelholz (Kiefer, Fichte, Douglasie, Lärche, z. B. Latten 24 x 44 mm) mit Wetterschutzlasur nutzen oder Alu-Profile (20 x 20 mm / 25 x 25 mm) stecken
Regenwasser bleibt als Pfütze auf dem Deckel stehenFlache Konstruktion ohne Dachneigung; dünne Platten hängen durchSchrägen Unterbau oder Gelenkverbinder (45 bis 195 Grad schwenkbar) einplanen, damit Niederschlag abläuft
Platten reißen an den Bohrlöchern oder klappern im WindStarre Verschraubung ohne Rücksicht auf Materialausdehnung oder falscher ZuschnittPlatten im Rahmen einfassen oder mit Flachprofilen (z. B. 25 x 2 mm) klemmen; Bohrlöcher immer etwas größer als den Schraubendurchmesser wählen
Deckel schlägt bei Sturm auf oder wird heruntergerissenAufsatz liegt nur lose auf dem Hochbeetrand aufDeckel mit Scharnieren anschlagen und an der Vorderseite mit einem Tür- oder Möbelriegel (z. B. 70 x 16 x 6 mm) sichern
Jungpflanzen vertrocknen oder erleiden HitzeschädenWärmestau unter geschlossenen Platten bei direkter SonneneinstrahlungRegelmäßig von Hand lüften oder [automatische Fensterheber](ratgeber:automatische-fensterheber-hochbeet) einbauen

Problem 1: Kälte, Starkregen und Fraßschäden bremsen das Wachstum

Erkennen: Im zeitigen Frühjahr keimt die Saat im offenen Hochbeet nur zögerlich, weil der Boden nachts stark auskühlt. Gleichzeitig schlämmt heftiger Regen die feine Aussaaterde weg, während Vögel nach frisch gelegten Samen picken und Schnecken erste Keimlinge abfressen.

Ursache: Ohne schützende Hülle ist die Kulturfläche den Witterungseinflüssen schutzlos ausgeliefert. Viele Gärtner greifen zunächst zu einem einfachen Vlies. Ein Gartenvlies als Frostschutz eignet sich zwar gut für die kurze Übergangszeit, weil es Luft sowie Wasser durchlässt und leicht auf den Pflanzen aufliegt. Gegen dauerhaften Starkregen, schweren Schnee oder hungrige Schnecken bietet das weiche Gewebe jedoch keinen ausreichenden Widerstand.

Lösung: Eine feste Hochbeet Abdeckung aus Plexiglas oder Hohlkammerplatten schirmt das Beet zuverlässig gegen Wind und Niederschlag ab. Das transparente Material lässt das Sonnenlicht ungehindert ins Innere und speichert die entstehende Wärme im Luftraum über der Erde. Gleichzeitig entsteht eine physische Barriere gegen Vögel und Schnecken, die über viele Jahre hinweg immer wieder verwendet werden kann. Wer unsicher ist, in welchen Monaten das Beet überhaupt eine Haube benötigt, findet eine Entscheidungshilfe im Beitrag Hochbeet abdecken oder offen lassen?.

Vorteile

  • Hohe Lichtdurchlässigkeit bei gleichzeitiger Wärmespeicherung für frühe Aussaaten
  • Zuverlässiger Schutz vor Starkregen, Hagel, Wind, Vögeln und Schnecken
  • Langlebige Konstruktion, die sich über viele Gartenjahre nutzen lässt
  • Auch als nachhaltiges Upcycling-Projekt mit vorhandenen Holz- oder Plattenresten umsetzbar

Nachteile

  • Deutlich höherer Bau- und Materialaufwand als bei Vlies oder Folie
  • Kein natürlicher Wassereintrag bei geschlossenem Deckel – regelmäßiges Gießen nötig
  • Gefahr von Überhitzung an sonnigen Tagen, wenn nicht rechtzeitig gelüftet wird
  • Sperrige Lagerung im Sommer, falls der Aufsatz komplett abgenommen wird

Problem 2: Der Rahmen verzieht sich oder verwittert auf dem Beetrand

Erkennen: Nach einem feuchten Winter lässt sich die Klappe der Abdeckung nur noch schwer öffnen, steht an einer Ecke hoch oder das Holz zeigt graue, weiche Stellen an den Eckverbindungen. Durch die entstehenden Spalten zieht kalte Luft ins Beet und Schnecken finden einen Zugang.

Ursache: Auf dem Hochbeetrand herrscht ein anspruchsvolles Mikroklima. Von unten steigt dauerhaft Feuchtigkeit aus der warmen Hochbeeterde auf, von oben wirken Regen, Frost und UV-Strahlung ein. Unbehandeltes Weichholz oder einfache Spanplatten quellen unter diesen Bedingungen schnell auf und arbeiten stark.

Lösung: Wählen Sie für den Rahmenbau von Anfang an witterungsfeste Materialien. In der Praxis stehen Ihnen zwei Konstruktionswege offen: der klassische Holzbau oder ein steckbares System aus Aluminium.

Option A: Rahmen aus heimischem Nadelholz bauen

Wenn Sie die Hochbeet Abdeckung aus Plexiglas selber bauen und eine natürliche Optik bevorzugen, greifen Sie laut der Bauanleitung von STIHL am besten zu robusten, heimischen Nadelholzsorten wie Kiefer, Fichte, Douglasie oder Lärche. Für einen stabilen, aber nicht zu schweren Rahmen haben sich Holzlatten mit dem Querschnitt 24 x 44 Millimeter als zweckmäßig erwiesen. Damit das Holz dauerhaft vor Nässe geschützt bleibt, schleifen Sie die Oberflächen vorab mit 120er-Körnung glatt und tragen eine umweltfreundliche Wetterschutzlasur auf.

Option B: Verzugsfreier Rahmen aus Aluminium-Steckprofilen

Wer das regelmäßige Nachstreichen vermeiden möchte und eine absolut formstabile Lösung sucht, baut das Gestell aus eloxierten Aluminiumprofilen. Baukastensysteme wie das von ALUSTECK nutzen dafür Alu-Vierkantrohre (20 x 20 Millimeter oder 25 x 25 Millimeter), die mit passenden Kunststoff-Steckverbindern (zum Beispiel im rechten Winkel) und einem weichen Schlaghammer einfach zusammengesteckt werden. Offene Rohrenden verschließen Sie sauber mit Lamellenstopfen. Da Aluminium weder quillt noch rostet, schließt ein solcher Deckel auch nach Jahren noch millimetergenau.

Konkrete Material- und Bauteilmaße für den Eigenbau nach STIHL (Holzbau) und ALUSTECK (Aluminium-Stecksystem)
Bauteil / EinsatzzweckHolz-Konstruktion (Werte nach STIHL)Alu-Stecksystem (Werte nach ALUSTECK)
Rahmenprofile / LattenNadelholzlatten (z. B. Kiefer) 24 x 44 mmAlu-Vierkantrohr 20 x 20 mm (ohne Steg) bzw. Systemmaß 25 x 25 mm
Zusatzprofile / StrebenHolzlatten nach Bedarf zugeschnittenAlu-Rundrohr Ø 16 x 1,5 mm (eloxiert), Alu-Flachprofil 25 x 2 mm
Schrauben & VerbindungsmittelHolzschrauben mit flachem Kopf (Rundkopf), passend für die 24 x 44 mm HolzlattenSteckverbinder 25 x 25 mm (Rechter Winkel, Flansch mit Zapfen, Gelenkverbinder 45–195°) sowie selbstschneidende Bohrschrauben 3,5 x 13 mm (Linsenkopf)
Scharniere & VerschlussHandelsübliche Wetterschutz-ScharniereKunststoffscharnier 25 x 25 mm (DIN links, aushängbar), Tür-/Möbelriegel 70 x 16 x 6 mm
Oberflächenschutz / AbschlüsseSchleifpapier 120er Körnung, 1 Dose umweltfreundliche WetterschutzlasurLamellenstopfen 25 x 25 mm, Rundrohrstopfen Ø 20 mm (PE) bzw. Ø 16 mm (PA6 mit Gewindebolzen M6 x 15 mm)

Problem 3: Platten biegen sich durch, reißen oder werden trüb

Erkennen: Nach einem starken Regenschauer wölbt sich die transparente Platte in der Mitte nach unten, sodass eine tiefe Wasserlache stehen bleibt. Bei Frost gefriert dieses Wasser und drückt die Platte aus der Fassung. Zudem bilden sich rund um die Befestigungsschrauben feine Spannungsrisse im Kunststoff.

Ursache: Häufig wird der Begriff Plexiglas (Markenname für massives Acrylglas) als Sammelbegriff für alle durchsichtigen Kunststoffplatten verwendet. Wer jedoch extrem dünnes Bastelglas flach auf einen breiten Rahmen schraubt, unterschätzt das Gewicht von Regenwasser und Schnee sowie die thermische Ausdehnung des Materials bei Sonnenschein.

Lösung: Entscheiden Sie sich je nach Rahmenbreite zwischen massiven Acrylglasplatten und mehrwandigen Stegplatten aus Polycarbonat, und planen Sie zwingend ein leichtes Gefälle ein, damit Wasser ablaufen kann.

  • Doppelstegplatten (Hohlkammerplatten) aus Polycarbonat: Diese Platten besitzen feine Längskammern, in denen die Luft als isolierendes Polster wirkt. Mit einer Stärke von 4 Millimetern sind sie sehr leicht, bruchfest bei Hagel und lassen sich einfach mit einem scharfen Cuttermesser oder einer feinzahnigen Säge zuschneiden.
  • Massives Acrylglas (Plexiglas): Es bietet eine glasklare Durchsicht und eine sehr hohe UV-Stabilität, ist aber schwerer und spröder bei der Bearbeitung. Beim Bohren darf kein starker Druck ausgeübt werden, da das Material sonst springt.
  • Dachneigung konstruieren: Bauen Sie einen niedrigen Unterkasten auf das Hochbeet, dessen Rückwand einige Zentimeter höher ist als die Vorderwand. Bei Aluminium-Stecksystemen helfen schwenkbare Gelenkverbinder (45 bis 195 Grad), um eine geneigte Dachfläche oder ein kleines Satteldach zu realisieren.
  • Spannungsfrei montieren: Kunststoff dehnt sich bei Wärme aus. Klemmen Sie die Platten idealerweise in eine Nut oder unter ein Alu-Flachprofil (25 x 2 Millimeter). Wenn Sie durch die Platte schrauben, wählen Sie den Bohrer ein bis zwei Millimeter größer als das Schraubengewinde.

Diese Ausstattung hilft beim Bau

Für die Verglasung des Rahmens und die bewegliche Verbindung der Klappen benötigen Sie witterungsbeständige Platten und rostfreie Beschläge. Die folgenden Komponenten passen zu typischen Hochbeet-Grundmaßen:

Floordirekt Hohlkammerplatte 4 mm (60,5 x 121 cm, Transparent)

Geeignet für: Gärtner, die eine leichte, wärmedämmende Verglasung für den Frühbeetaufsatz suchen.

Diese transparente Doppelstegplatte aus Polycarbonat dient als isolierende, bruchfeste Eindeckung für den selbstgebauten Holz- oder Aluminiumrahmen.

  • Isolierende Hohlkammerstruktur speichert die Wärme im Hochbeet
  • Geringes Eigengewicht erleichtert das Öffnen des Deckels
  • Standardmaß von 60,5 x 121 cm passt gut auf zweigeteilte Hochbeet-Klappen
  • Bei 4 mm Stärke für breite Spannweiten nur mit zusätzlicher Mittelstrebe verwindungssteif
  • Offene Schnittkanten sollten gegen Schmutz und Insekten abgeklebt werden
Bei Amazon ansehen (Affiliate-Link, öffnet Amazon)

KARAT Gewächshaus Stegplatten 4 mm (60,5 x 121 cm, Transparent)

Geeignet für: Eigenbauten, bei denen die Platten leicht gebogen oder flexibel zugeschnitten werden müssen.

Die transparente Hohlkammerplatte aus Polycarbonat eignet sich für die Verglasung von Frühbeetdeckeln sowie für leicht gebogene oder abgeschrägte Seitenwände am Aufsatz.

  • Hohe Formbarkeit erleichtert das Einpassen in individuelle Rahmenkonstruktionen
  • Witterungsbeständiges Polycarbonat schützt vor Wind und Starkregen
  • Durch die Rillenstruktur keine glasklare Durchsicht wie bei massivem Acrylglas
Bei Amazon ansehen (Affiliate-Link, öffnet Amazon)

Anstore 8 Stück Edelstahl-Scharniere (75 x 50 x 1,2 mm)

Geeignet für: Die klappbare Montage leichter bis mittelschwerer Holz- und Kunststoffrahmen.

Mit diesem Set aus acht flachen Edelstahl-Scharnieren verbinden Sie die klappbaren Deckelrahmen dauerhaft und beweglich mit dem Unterbau oder dem Hochbeetrand.

  • Rostfreier Edelstahl hält der dauerhaften Feuchtigkeit am Hochbeet stand
  • Ausreichende Stückzahl für mehrteilige Deckel oder zusätzliche Lüftungsklappen
  • Mit 1,2 mm Materialstärke für sehr schwere Massivholz-Konstruktionen eher knapp bemessen
Bei Amazon ansehen (Affiliate-Link, öffnet Amazon)

Partnerlinks: Kaufen Sie darüber ein, erhalten wir eine Provision. Für Sie ändert sich der Preis nicht.

Problem 4: Sturm reißt die Abdeckung vom Hochbeet

Erkennen: Bei kräftigen Herbst- oder Frühjahrsstürmen greift der Wind unter den leicht überstehenden Rand der Abdeckung, klappt den Deckel schlagartig um oder hebt den gesamten Aufsatz vom Beet. Dabei brechen häufig die Scharniere aus dem Holz oder die Platten nehmen Schaden.

Ursache: Eine geschlossene Haube bietet dem Wind eine enorme Angriffsfläche. Liegt der Rahmen nur durch sein geringes Eigengewicht auf dem Hochbeetrand auf, reicht schon eine mittlere Böe unter den Überstand, um eine Hebelwirkung zu erzeugen.

Lösung: Wer sich fragt, wie man eine Hochbeet Abdeckung befestigen muss, damit sie jedem Wetter standhält, sollte Unterbau und Deckel mechanisch verankern. Gehen Sie beim Aufbau und der Sicherung schrittweise vor:

So bauen und befestigen Sie den Aufsatz sturmsicher

  1. Hochbeet exakt ausmessen

    Messen Sie die Außen- und Innenkanten Ihres Hochbeet-Handlaufs genau aus. Bei längeren Beeten ab etwa 150 Zentimetern empfiehlt es sich, zwei separate Deckelklappen nebeneinander zu planen, damit jede Klappe handlich und verwindungssteif bleibt.

  2. Unterkonstruktion auf dem Beetrand verankern

    Bauen Sie zunächst einen festen Grundrahmen aus Ihren Latten (24 x 44 mm) oder Aluprofilen, der bündig auf dem Hochbeet aufliegt. Verschrauben Sie diesen Grundrahmen fest mit dem oberen Rand des Hochbeets oder nutzen Sie innenliegende Halteleisten, damit der Aufsatz nicht seitlich verrutschen kann.

  3. Deckelrahmen mit Gefälle fertigen

    Fügen Sie die Hölzer für den Deckel mit zu den 24 x 44 mm Latten passenden Rundkopfschrauben zusammen – bohren Sie die Latten dabei vor, damit das Holz nicht spaltet (beim Alu-System stecken Sie die Vierkantrohre über die Eckverbinder). Befestigen Sie anschließend die zugeschnittenen Stegplatten auf dem Rahmen.

  4. Mit Scharnieren anschlagen

    Verbinden Sie den beweglichen Deckel an der höheren Rückseite über mindestens zwei bis drei rostfreie Scharniere pro Klappe mit dem festen Grundrahmen. Beim Aluminium-System kommen hierfür spezielle, aushängbare Kunststoffscharniere (25 x 25 mm) und selbstschneidende Bohrschrauben (3,5 x 13 mm) zum Einsatz.

  5. Sturmsicherung an der Vorderseite montieren

    Bringen Sie an der vorderen Öffnungskante einen stabilen Tür- oder Möbelriegel (zum Beispiel im Maß 70 x 16 x 6 mm) oder Sturmhaken an. So kann der Wind den geschlossenen Deckel nicht anheben.

Problem 5: Hitzestau und Tropfwasser schädigen die Kulturen

Erkennen: An einem sonnigen, aber kühlen Apriltag hängen die Blätter von Salat und Kohlrabi mittags schlaff herunter oder zeigen helle Verbrennungsflecken. Gleichzeitig bildet sich an der Unterseite der Platten starkes Kondenswasser, das auf die Pflanzen tropft und Pilzkrankheiten sowie Schimmel begünstigt.

Ursache: Der Treibhauseffekt unter geschlossenen Doppelstegplatten wird oft unterschätzt. Sobald die Sonne direkt auf die transparente Abdeckung scheint, steigt die Innentemperatur innerhalb kurzer Zeit stark an, selbst wenn die Außenluft noch frisch ist. Zudem kann die feuchte Verdunstungsluft der Erde nicht entweichen.

Lösung: Eine feste Abdeckung darf ab dem Frühjahr niemals dauerhaft komplett geschlossen bleiben. Wie Sie im Alltag die Temperatur im Griff behalten, zeigt unser Beitrag Richtig lüften: Wann Sie den Hochbeet-Deckel öffnen sollten. Damit Sie bei plötzlichem Sonnenschein nicht jedes Mal selbst im Garten sein müssen, lassen sich zwei Hilfsmittel integrieren:

  • Mechanische Rastaufsteller: Ein geschlitztes Halteblech oder ein gestuftes Holzstück hält den Deckel in verschiedenen Öffnungswinkeln spaltbreit offen, ohne dass der Wind ihn zuschlagen kann.
  • Automatische Fensteröffner: Diese stromlosen Heber arbeiten mit einem Dehnstoffzylinder. Bei steigender Wärme dehnt sich das Wachs im Zylinder aus und schiebt den Deckel selbstständig nach oben; kühlt es abends ab, schließt sich die Klappe wieder durch Federkraft.
  • Saisonaler Wechsel zum Sommer: Wenn im späten Frühjahr keine Fröste mehr drohen, nehmen Sie die warmen Stegplatten an heißen Standorten am besten komplett ab (dank aushängbarer Scharniere ist das mit einem Handgriff erledigt) und ersetzen sie durch luftige Schutznetze fürs Hochbeet, um Kohlweißlinge oder Gemüsefliegen fernzuhalten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Früherer Saisonstart

    Lichtdurchlässige Platten speichern Sonnenwärme im Beet und ermöglichen eine frühe Aussaat im Frühjahr.

  • Rundumschutz ohne Chemie

    Ein geschlossener Aufsatz hält Starkregen, Hagel, hungrige Vögel und Schnecken zuverlässig von den Jungpflanzen fern.

  • Passgenau nach Maß

    Durch den Eigenbau aus Nadelholz oder Alu-Steckprofilen passt die Abdeckung exakt auf jedes individuelle Hochbeet.

  • Verlängerte Erntezeit

    Im Herbst und Winter schützt die Haube Kulturen wie Feldsalat oder Spinat vor eisigem Wind und Schneelasten.

Häufige Fragen

Welche Stegplatten oder Acrylglas-Platten eignen sich für den Frühbeetaufsatz?

Für den Eigenbau eignen sich vor allem Doppelstegplatten (Hohlkammerplatten) aus Polycarbonat ab einer Stärke von 4 Millimetern, da sie durch die eingeschlossenen Luftkammern gut isolieren, sehr leicht sind und bei Hagel nicht brechen. Massives Acrylglas (Plexiglas) bietet zwar eine glasklare Durchsicht, isoliert bei geringer Stärke jedoch weniger stark und muss beim Bohren sehr vorsichtig behandelt werden, damit es nicht reißt.

Wie befestigt man den Aufsatz sturmsicher auf dem Hochbeetrahmen?

Verschrauben Sie zunächst einen festen Grundrahmen direkt auf dem oberen Rand des Hochbeets, an dem der eigentliche Deckel an der Rückseite mit rostfreien Scharnieren angeschlagen wird. An der Vorderseite sichern Sie die Klappe mit einem festen Türriegel, Möbelriegel oder Sturmhaken, damit Windböen nicht unter den Deckel greifen und ihn aufreißen können.

Ab welcher Außentemperatur lohnt sich der Frühbeetaufsatz im Frühjahr?

Der Aufsatz lohnt sich bereits im Spätwinter ab etwa Februar oder März, sobald der Boden im Hochbeet oberflächlich aufgetaut ist und die ersten Vorfrühlings-Kulturen wie Radieschen, Spinat oder Pflücksalat gesät werden. Da sich der Innenraum bei Sonnenschein deutlich schneller erwärmt als die Außenluft, erreichen kältetolerante Samen unter der Haube viel früher ihre Keimtemperatur.

Wann wird im Herbst von Insektennetz auf Frostschutz gewechselt?

Der Wechsel vom luftigen Insektenschutznetz auf die feste Plexiglas-Abdeckung oder ein dickes Wintervlies erfolgt im Spätherbst, sobald der Flug der Schadinsekten (wie Kohlweißling oder Möhrenfliege) beendet ist und die ersten Nachtfröste angekündigt werden. Ab diesem Zeitpunkt steht nicht mehr die Insektenabwehr, sondern das Speichern der Tageswärme und der Schutz vor eisigem Wind und Dauerregen im Vordergrund.

Quellen

  1. Anleitung: Hochbeet Abdeckung selber bauen, STIHL, abgerufen am
  2. Hochbeet-Abdeckung nach Maß – wetterfester Bausatz, ALUSTECK, abgerufen am

Über Redaktion Hochbeet-Schutznetz

Redaktionsteam

Die Redaktion von Hochbeet-Schutznetz bereitet Wissen rund um Physischer Pflanzenschutz und Abdeckungen für Hochbeete, Insekten- und Kulturschutznetze, Vogel- und Katzenabwehrnetze verständlich auf.

Alle Beiträge von Redaktion Hochbeet-Schutznetz

Das könnte Sie auch interessieren

Hochbeet im Garten mit einem transparenten Frühbeetaufsatz zum Schutz der jungen Gemüsepflanzen vor Frost

Frostschutz & Aufsätze

Von einfachem Gartenvlies über reißfeste Gitterfolien bis zum festen Frühbeetaufsatz: So wählen Sie den passenden Witterungsschutz für Ihre Kulturen.

Weißes Gartenvlies liegt als Frostschutz über den Gemüsepflanzen in einem hölzernen Hochbeet

Frostschutz & Aufsätze

Gartenvlies als Frostschutz: Stärken & Auswahl

Leichtes Erntevlies oder kräftiges Wintervlies: Wie Sie die richtige Stärke pro Quadratmeter auswählen und Kulturen sicher vor Kälte und eisigem Wind schützen.

Alle Ratgeber im Überblick

Verständliche Antworten auf die häufigsten Fragen, sortiert nach Themen.

Zu den Ratgebern